Grösser als
man denkt.
Bei der Fläche verschätzen sich fast alle nach unten, bei der Höhe nach oben. Der Grund für beides ist derselbe: Man stellt sich das Foto vor, nicht den Aufbau. Auf dem Foto stehen vier Menschen nebeneinander; in Wirklichkeit steht zwischen ihnen Technik, hinter ihnen Kabel, vor ihnen Monitore. Und eine Bühne, die auf dem Foto imposant aussieht, zwingt die erste Reihe, den Kopf in den Nacken zu legen.
Die Fläche: Menschen plus das, was zwischen ihnen steht
Eine vierköpfige Band mit Schlagzeug ist mit etwa sechs mal vier Metern gut bedient. Weniger geht, wird aber eng, sobald Monitore, Verstärker und Stative dazukommen — und die kommen dazu. Beim Schlagzeug lohnt es sich, gesondert zu rechnen: Es braucht mehr Platz als ein Mensch und steht meistens auf einem eigenen Podest. Für eine Rede mit Pult reicht sehr viel weniger, dort ist eher die Frage, ob jemand seitlich abgehen können muss.
Die Höhe: aus der letzten Reihe zurückrechnen
Die Bühne ist hoch genug, wenn die hinterste Reihe noch sieht, was vorne passiert — nicht, wenn sie beeindruckend wirkt. Je weiter das Publikum reicht, desto höher muss sie sein; je näher die erste Reihe steht, desto niedriger sollte sie bleiben. Bei Stehpublikum braucht es mehr Höhe als bei Bestuhlung, weil ein stehender Mensch den nächsten verdeckt. Und ab einer gewissen Höhe wächst auch der gefühlte Abstand zum Publikum — das ist nicht bei jedem Abend gewollt.
Was sonst noch hinaufsoll
Die Traglast einer Systembühne ist eine Grenze, kein Richtwert. Sie wird selten von Menschen ausgereizt, aber regelmässig von dem, was sonst noch hinaufkommt: Flügel, Schlagzeugpodeste, Lautsprechertürme, Bodengeräte fürs Licht. Deshalb ist „wie viele Personen“ die falsche Frage. Die richtige lautet: Zähl auf, was alles draufsteht.
Der Platz, den man vergisst
Treppe und Geländer brauchen Fläche, und zwar ausserhalb der Bühnenfläche. Wer während der Veranstaltung auftritt, soll ausserdem nicht durchs Publikum steigen müssen — auch dieser Weg will eingeplant sein. Draussen kommt der Untergrund dazu: Wiese ist nicht gleich Wiese, und was nach drei trockenen Tagen trägt, trägt nach einem Gewitter nicht mehr.
- ▸Vierköpfige Band mit Schlagzeug: etwa 6 × 4 Meter als Ausgangspunkt
- ▸Schlagzeug gesondert rechnen — es braucht mehr Platz als ein Mensch
- ▸Höhe aus der letzten Reihe zurückrechnen, nicht aus der ersten
- ▸Stehpublikum braucht mehr Höhe als Bestuhlung
- ▸Nicht „wie viele Personen“, sondern: was steht alles drauf
- ▸Treppe, Geländer und der Weg hinauf brauchen Platz daneben
- ▸Draussen entscheidet der Untergrund, und der ändert sich mit dem Wetter
Jedes Setup wird auf Location, Gästezahl und Ablauf zugeschnitten — die Liste ist ein Ausgangspunkt, keine Packliste.
Was uns dazu oft gefragt wird.
Oft ja — dann verschieben sich Dinge: Das Schlagzeug rückt nach vorne, die Monitore werden kleiner, manches steht neben statt auf der Bühne. Sag uns die Maße, die du hast, dann sagen wir, was hineinpasst und was nicht.
Wenn alle sitzen und niemand weiter als ein paar Meter entfernt ist: oft nicht. Sobald das Publikum tiefer wird oder steht, sieht die Hälfte sonst nichts. Ein niedriges Podest von 20 bis 40 Zentimetern bringt dabei mehr, als man denkt.
Das hängt von Grösse, Ort und Art der Veranstaltung ab und ist von Gemeinde zu Gemeinde verschieden. Wir liefern die Unterlagen zu unserem Aufbau — Aufbauanleitung, Statik, Prüfnachweise. Die Genehmigung selbst holt der Veranstalter ein.
Dann kommt der Wind dazu. Für jedes System gibt es Windgeschwindigkeiten, ab denen abgebaut werden muss — das steht in der Aufbauanleitung des Herstellers und ist keine Verhandlungssache. Wir besprechen vorher, wer im Fall der Fälle entscheidet.
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